Mittwoch, 9. Februar 2011

Zwei Chicas erobern die Great Ocean Road

Die Großstadt Melbourne verließen wir auf den eigenen vier Rädern. Für unsere Tour entlang der Great Ocean Road haben wir uns nämlich einen Campervan gemietet! Unseren Standard hatten wir ja schon lange weit (!) heruntergeschraubt, deshalb schmissen wir unsere sieben Sachen einfach in unser neues Zuhause und freuten uns auf eine entspannte Tour :) Durch Zufall hatten wir auch noch einen echten Glücksgriff gemacht. Da ein von uns angeforderter Van mit Automatikantrieb (man soll sich ja nicht überfordern) gerade nicht verfügbar war, wurde uns ein etwas besseres Model zum gleichen Preis angeboten. Originalton Carolyn: „nehm mer, oder?" Kurzes Zögern, dann aber mit breitem Grinsen, O-ton Steffi: „hmmm, joahhhhh!!!"







Das war leider etwas zu früh gefreut. Der Verkehr in Melbourne hat so seine eigenen Tücken! Diesmal waren es nicht die hohen Temperaturen, sondern der ungewohnte Linksverkehr sowie ungewöhnliche und nur in Melbourne gebräuchliche Verkehrsregeln, die uns etwas in’s Schwitzen kommen ließen. Doch zu zweit sind wir stark! Mit viel Konzentration schafften wir es dann doch, die Stadt ohne Blessuren am eigenen und auch den anderen Autos zu verlassen! Etwas Unterstützung hatten wir von unseren zwei lieben Hamburgerinnen Gesi und Sophie bekommen, die ja schon lange in ihrem eigenen Auto unterwegs sind und immer den ein oder anderen Tipp parat haben. Die Straße führt tatsächlich direkt entlang steiler Klippen und mit bestem Blick auf das Meer!
Schon auf dem ersten Weg auf der Great Ocean Road kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Nun ja, so sehr wir uns beide auf das Autofahren gefreut hatten, hatte man jetzt eher auf dem Beifahrerplatz die besseren Karten :-)




Da es langsam dämmerte machten wir unseren ersten Halt in Torquay, einem kleinen aber feinen Ort an der Great Ocean Road.



Wir hatten uns einen hübschen Parkplatz am Meer ausgesucht, bei dem das Campen wie sonst überall zwar verboten ist, aber den Geschichten zufolge, die wir schon gehört haben, „macht das ja eh nichts, man wird morgens von Rangern oder Polizisten wachgeklopft, aber die sind voll nett und schicken einen nur weg". Na denn, wieso nicht :-) Nachdem sich auch Gesi und Sophie für dieses Nachtlager entschieden hatten, gingen wir ohne weitere Bedenken in’s Bett. Dazu musste abends und morgens immer etwas umgebaut werden, aber wie gesagt, Standard war einmal :-) Unsere großen Rucksäcke platzierten wir auf den Vordersitzen und klappten eine sogenannte „atratze" über die Rückbänke, die man tagsüber als Sitzgelegenheit und Tisch nutzen kann. Wir wollen uns jetzt mal nicht beklagen, wir hatten ja das bessere Modell abgestaubt! Und ganz ehrlich, es ließ sich echt gut darin schlafen…bis der Ranger kam! Irgendwie hatte es ja auch so kommen müssen. Von einem lauten Klopfen am Fenster waren wir promt wach, schauten uns erschrocken an und beschlossen, mal nachzusehen, wer das denn sein könnte. Entgegen aller Geschichten anderer Backpacker ließ der nette Herr Ranger keine Gnade über uns walten und brummte uns direkt einen fetten Strafzettel auf. Weil er uns dann doch recht nett fand, beließ er die Summe statt pro Person nur für eine, machte also einen auf „wei für eins". Das finden wir sonst ja echt gut, wenn es um’s Shoppen geht, diesmal aber gefiel es uns gar nicht…125 Dollar sind dann doch ein ganz schöner Brocken :-) Naja, was soll man machen. Es war sieben Uhr morgens und wir waren müde, also schauten wir dem Herrn Ranger noch hinterher, wie er wegfuhr und legten uns einfach wieder hin :-) jetzt hatten wir ja sozusagen für unseren Schlafplatz bezahlt, also warum nicht auch gleich ganz auskosten :-)
  Gleiches gilt

Zum Frühstück machten wir es uns direkt am Meer gemütlich und genossen den Sonnenaufgang bei ungetoastetem Toastbrot mit Marmelade. Auf so einer Tour ohne Kühlschrank ist leider nicht mehr alles drin, aber das machte nichts, die Geschichte mit dem Standard kennt ihr ja schon :-)
natürlich auch für so einiges. Für uns hieß es „Adieu heiße Duschen" und „Goodbye Privatsphäre"! Geduscht wird eiskalt am Strand mit vielen Zuschauern, wo sich andere nach dem Baden lediglich das Salzwasser abspülen und die Zähne putzt man eh nur noch mit der Plastikwasserflasche in der anderen Hand. Das alles vergisst man dann aber schnell, wenn man an der Great Ocean Road unterwegs ist! Nach dem Supermarktbesuch war es zwar ein bisschen mehr als das, aber was soll’s :-) So genossen wir einen atemberaubenden Sonnenuntergang, der die Felsen rot leuchten ließ.



Der größte Vorteil daran ist, dass man wirklich alles machen kann, auf das man so Lust und Laune hat. So machten wir uns wann immer wir wollten zum nächsten Ort auf. Dabei besuchten wir den Leuchtturm auf Apollo Bay,



machten es uns am Strand von Lorne gemütlich oder fuhren eine bestimmte Strecke zweimal ab, einfach weil es so wunderschön war!
Das unumstrittene Highlight der Great Ocean Road erlebten wir in Port Campbell bei den "12 Aposteln", von denen leider nur noch acht übrig sind.









Und wie gehört es sich für vier Mädls, die den Sonnenuntergang so richtig genießen wollen? Genau: ein paar Schokokekse, dann sind wir glücklich :-)








Als kleines i-Tüpfelchen kamen nach dem Sonnenuntergang ein paar Pinguine aus dem Meer, verschwanden aber bei all dem Blitzlichtgewitter direkt in den Büschen! In Mount Gambier machten wir eine interessante Tour durch Höhlen, was an dem Tag wirklich viel angenehmer war, als sich draußen aufzuhalten! Es war so unglaublich heiß, dass man allein beim Sitzen schwitzte! Irgendwann mussten wir dann aber doch wieder an die Erdoberfläche... gerade am Blue Lake waeren wir am liebsten dirket in's kuehle Nass gesprungen!Aber keine Sorge, diese Packung leerten wir nicht ganz - sagen wir, zum groessten Teil :-)


Wir wussten uns aber wieder bestens zu helfen! Der nächste Supermarkt wurde schnell gefunden. Wir Sparfüchse suchten uns die günstigste Eiscreme aus, die dann halt mal zwei Liter fasste.


Tja, wir sparen wie die Weltmeister :-)
Beachport war unser naechster Halt.




Hier machten wir uns dann zum Abendessen leckere Tortillawraps mit Herzchenschnitzel!



Die sahen so gut aus, dass wir von ein paar älteren Damen aus Adelaide angesprochen wurden, die hier ein Strandhaus haben und uns ganz neugierig über unsere Tour durch Australien befragten. Da auch hier nicht gecampt werden darf, dachten wir uns, wir stellen uns einfach bei den netten Damen auf die Hofeinfahrt und schlafen dort im Auto. Die Damen hatten so viel Mitleid mit uns, dass sie uns gleich zu einem leckeren Nachtisch einluden und auch für ein tolles Frühstück am nächsten Morgen sorgten!



Am späten Nachmittag machten wir uns dann auf unsere letzte lange Fahrt nach Adelaide auf, um unser liebgewonnenes Auto wieder abzugeben. Temperaturen wie hier hatten wir aber noch nicht erlebt. Wir dachten ja, in Mount Gambier war es heiß! Also schmissen wir uns direkt in unsere Bikinis und sprangen direkt ins Meer. Es war unglaublich! Um acht Uhr abends war es noch so heiß draußen und das Meer wahnsinnig warm! So zog sich der Tag hin bis um halb zehn, als wir endlich unser Kochequipment herausholten und uns ein leckeres Barbecue zaubern konnten :-)

Auf unserem weiteren Weg kamen wir außerdem an der London Bridge,


den Erskin Falls,


wildlebenden Koalas (so sueeeeesssssss :-)!!!!! ),

und der „Bay of Islands" mit ihren vielen wunderschönen und einzigartigen Felsformationen vorbei.






Ab hier ließen Gesi und Sophie uns unsere eigenen Wege ziehen. Und wie wir das machten :-)

Nachdem wir unseren Campervan abgegeben hatten, machten wir es uns noch für eine Nacht in Adelaide im Hostel gemütlich. Doch irgendwie war es hier etwas komisch, die Leute schienen total relaxt. Die Rezeption machte eine halbe Stunde später auf als erwartet und auch den versprochenen :-) Naja, so kann es einem wohl ergehen! Aber auch das haben wir recht gut gemeistert. Diese halbe Stunde Schlaf wurde einfach im Bus nachgeholt :-) Was sonst noch so aufregendes im Outback geschah, erzählen wir euch dann beim nächsten mal! Bis dahin eine gute Zeit!
freien Apfelkuchen gab es total verspätet. Als wir am nächsten Morgen um sieben Uhr warteten, um für unsere Outbacktour abgeholt zu werden, wurden wir fast wahnsinnig. Jetzt waren wir so früh aufgestanden und s war keiner da und der Bus hatte Verspätung! Auch die anderen Backpacker kamen irgendwie alle viel zu spät. Auf Anfrage, wie das denn hier alles so abläuft, ging uns plötzlich ein Licht auf! Wir hatten total verpennt, unsere Uhren eine halbe Stunde zurückzustellen!

Kaffeeklatsch in Melbourne


Nach einer tollen Tour durch die Natur in Tasmanien hieß es wieder: Großstadtleben! Wieder hatten wir einen glatten Volltreffer per Couchsurfing gemacht. Wir konnten es kaum fassen, aber unser neues Zuhause war ab jetzt für eine Woche im Grand Hotel in Melbourne :-)

                                                        (im Hintergrund: Das "Grand Hotel")

Schon von außen kamen wir aus dem Staunen kaum mehr raus, und als wir den langen, mit rotem Teppich ausgelegten Gang entlang gingen,


stiegen unsere Erwartungen auf das Appartement in’s Unermessliche. Als wir dann aber die Tür aufmachten, mussten wir feststellen, dass wir wohl wieder in einer typischen Männer-WG gelandet waren. Zu den zwei Architekten passte das ja gar nicht, Sauberkeit und Ordnung muss man ihnen wohl erst noch beibringen. Auch die Inneneinrichtung war so spärlich, da bräuchten sie echt noch Nachhilfe! Aber uns kümmerte das eher weniger. Liebevoll waren zwei Luftmatratzen mitsamt Bettzeug für uns hergerichtet :-)

Das größte Highlight in Melbourne waren ohne Zweifel die Australian Open, deren Besuch gleich am nächsten Tag auf unserem Plan stand!
Außerdem war die Lage perfekt, um die Innenstadt gleich einmal zu erkunden!


Da die Temperaturen so gar nicht unseren Erwartungen entsprachen (wolkig, 20°C – brrrr…eisig!), packten wir uns dick ein und machten uns mit Gesi, Sophie und zwei deutschen Jungs mit hohen Erwartungen auf die deutschen Tennisspieler auf den Weg.




Beim ersten Spiel konnten wir direkt unser Land kräftig unterstützen und fieberten bei Philip Kohlschreiber gegen Thomas Berdych mit.




Völlig unerwartet veränderten sich die Wetterbedingungen und wir kamen in unseren langen Hosen ganz schön in’s Schwitzen (strahlend blauer Himmel, Sonnenschein, über 30°C – hot hot hot!). Zusammen mit der Skyline von Melbourne im Hintergrund kam eine gigantische Atmosphäre auf, was für uns wieder einmal ein unvergessliches Erlebnis war! Als Kohlschreiber leider knapp den Sieg abgeben musste, machten wir uns zu anderen Spielen auf, um weitere deutsche Spieler zu unterstützen. Nachts um 12 Uhr ging dann wieder einmal ein ereignisreicher und spannender Tag bei den Australian Open zu Ende!

Die weiteren Tage ließen wir entspannt angehen und trafen uns mit unseren Freunden zu einer sonnigen Flussfahrt.Vom Hafen durch die Innenstadt hatten wir vom Fluss aus einen fantastischen Blick auf die verschiedenen Teile der Stadt.




 In einem nahe gelegenen Park machten wir es uns danach gemütlich und genossen die Skyline Melbournes :-)







Da Melbourne als eine eher gemütliche Stadt mit einem Café neben dem anderen gilt, konnten wir es uns nicht verkneifen, bei unserem geliebten Starbucks Café vorbei zu schauen. Vor allem die Happy Hour lockte uns so gut wie jeden Tag dorthin :-)


Auch das Shoppingcenter hat es uns wieder richtig angetan. Liebe Muttis, regt euch jetzt bitte nicht auf und schimpft uns nicht! Ihr könntet auch nicht einfach an all den Schaufenstern mit den tollen Sale-Angeboten vorbei gehen :-) Was muss, das muss! Einige Schnäppchen und vollen Einkaufstüten später trafen wir uns mit Stefan aus Holland und Mattias aus Chile in einer der angesagtesten Bars in Melbourne. Die anderen Abende machten wir es uns mit den deutschen Mädels und Jungs in unserem Appartement im "Grand Hotel", am Hafen oder am Strand gemütlich.







Die Woche in Melbourne war einerseits sehr entspannend, andererseits voller Überraschungen und Highlights! Von hier aus soll es mit einem gemieteten Campervan die Great Ocean Road bis Adelaide entlang gehen. Unsere zwei Hamburgerinnen werden wir gleich mit einpacken und freuen uns auf eine tolle Zeit!